die etwas andere Kürbissuppe

früher gehasst - heute geliebt...

 

Iiiii... Kürbissuppe!

 

Das war mein Ausspruch bis vor rund 10 Jahren. Immer kam mir der Alptraum hoch, wie ich als kleines Kind eingekochten Kürbis süß/sauer essen mußte. Auch mag ich weder den Hokaido-Kürbis, der mich eher an klebrige Möhrensuppe, als an schmackhaften Kürbis erinnert, noch mag ich irgend eine andere Kürbissuppe, die mich eher an Brei für zahnlose Kinder, als an eine schmackhafte Suppe erinnert.
Doch mein Leben änderte sich schlagartig, als ich eines Donnerstags morgens auf dem Wochenmarkt am Stand des Gärtners nach einigen neuen Blumen für die Herbstbepflanzung suchte...

 

"Kürbis! Leckeren Muskatkürbis für die Kürbissuppe!" So rief der Gärtner und nicht nur ich schaute zu ihm und zu dem grünen Kürbis hin , der mich von der Farbe eher an eine Gurke erinnerte. Irgendwie interessant sah er aber schon aus. Also, der Kürbis - und nicht der Gärtner.
Auf meine Frage hin, wie man diese Suppe mit dem mir bis dahin unbekannten Kürbis denn kocht, zuckte er nur mit den Schultern und meinte: " Tja, so richtig kann ich Ihnen das auch nicht sagen. Die Leute kaufen ihn immer dafür."

 

Ich denke, daß ich da wohl ein eher blödes Gesicht gemacht hatte, denn gleich darauf zupfte mich etwas am Ärmel. Als ich zur Seite schaute, sah ich vor mir eine etwa 50-jährige Asiatin. Da sie sah, daß ich sie anschaute, meinte sie, daß Sie ein ganz einfaches und sehr leckeres Rezept hat. Sie beschrieb es mir in kurzen Worten und da .... ja da ging für mich die Sonne auf. Alleine die Beschreibung ließ mir das Wasser im Munde zusammenlaufen. Ich merkte mir die kleine Liste der Zutaten, bedankte mich überschwänglich, kaufte beim Gärtner ein großes Stück dieses Muskatkürbisses und begab mich zu einigen anderen Händlern, um schnell die passenden Zutaten zu kaufen.

 

Ich muß sagen, daß ich im Nachhinein auch mit anderen Fleisch- und Kürbissorten experimentiert hatte. Jedoch nur dieses Originalrezept bringt es auf den Punkt! Und der Geschmack der Röstaromen des Fleisches in Kombination mit den anderen frischen Zutaten sind das Einzigartige an der Suppe. Einige kleine Abwandlungen meinerseits machten sie aus meiner Sicht vollkommen. Und ich kann allen, die wie ich keine Kürbissuppe mochten, nur sagen: "Diese Suppe müßt ihr einmal nachkochen!" Doch jetzt will ich mich nicht mit weiteren Vorreden aufhalten, sondern euch das Rezept und die Zubereitung verraten.

 

Zuerst einmal die Zutatenliste:

 

ca. 1,5 KG Muskatkürbis
(es gibt aus Frankreich auch eine Sorte, die eine gelbliche Schale hat, die geht auch gut)
ca. 1 KG "Dicke Rippe" vom Schwein (mit Knochen)
1 - 2 Knoblauchzehen (alt. Knoblauchpulver
1 Bund Frühlingszwiebeln
1/2 Becher Sahne
1 Eßlöffel Bratmargarine oder Öl zum Anbraten
Pfeffer & Salz zum Abschmecken

 

Jetzt müßte Ihr als erstes das Fleisch wirklich von allen Seiten (auch den schmalen Seiten) scharf anbraten, so daß eine dunkelbraune Kruste entsteht. Anschließend die in dünne Scheiben geschnittenen Knoblauchzehen hinzugeben und (bevor sie zu dunkel anbraten) soviel Wasser hinzugeben, bis das Fleisch bedeckt ist. Etwas Pfeffer und Salz dazu und mit geschlossenem Deckel leicht köchelnd ca. 1 1/2 Stunden kochen lassen.

 

Ihr dürft jetzt nicht erschrecken, denn wenn man in den Topf blickt, sieht es aus, als wenn da altes Putzwasser drin ist. So... in der Zwischenzeit habt ihr die Zeit und Muße den Kürbis von den Kernen und der Schale zu befreien und in kleine Stücke (ca. 1,5 cm große Würfel zu schneiden, sowie die Frühlingszwiebel von der Wurzel und dem obersten dunklen Laub zu befreien, um sie anschließend in ca. 5 mm breite Ringe zu schneiden. Ich gönne mir an dieser Stelle meist ein dunkles Weizenbier, denn da bin ich nämlich schon total erschöpft...smile!

 

Wenn das Fleisch dann richtig zart ist, nehmt ihr es aus dem Sud heraus. Dann wird es von mir, da ja auch einiges an Fett und Knochen dran ist, erst einmal suppengerecht aufbereitet. Das magere Fleisch schneide ich in kleine Würfel. Wer das etwas fettere mag, kann es natürlich auch nehmen. Anschließend heize ich den Sud wieder bis zum Kochen auf und gebe die Frühlingszwiebeln hinzu, da sie länger zum Garen brauchen, als der Kürbis. Nach etwa 10 Minuten kommt der Kürbis hinzu und wird bei leichter Flamme gargekocht. Das dauert meist so um die 10 - 15 Minuten. Die Suppe ist fertig, wenn die ersten Stückchen zerfallen. Es sollen jedoch auch noch genug Stücke halbfest in der Suppe sein, damit sie nicht dickflüssig wird.

 

Zu guter Letzt gebe ich das Fleisch wieder hinzu und den halben Becher Sahne. Noch mit Pfeffer und Salz abschmecken... herrlich!

 

Ich selber bereite meist einen großen Topf davon zu. Weil entweder dann Besuch kommt, der meine Vorräte dezimiert. Oder wenn nicht, friere ich den Rest portionsweise ein und gebe nach dem Auftauen etwas frische Sahne hinzu und schmecke neu ab. Auch vom Kürbis friere ich mir im Herbst immer einige Portionen ein. Fertige Würfel im Gefrierbeutel! Wichtig ist nur, daß man diese nicht auftaut, sondern gefroren in den Sud gibt. Dauert dann etwas, bis dieser dann wieder richtig kocht, aber das Ergebnis ist das gleiche. Und so habe ich auch Kürbissuppe im Januar, im Februar, im März, im....

 

 


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