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Word of Mouth - von Sir Charles Blackwood
Nun kann an mir nicht nachsagen, daß ich ein altmodischer Mensch bin. Nein, eher hänge ich an Traditionen, Altbewährtem, mag manche Neuerungen der heutigen Zeit nicht. Sicher mag auch das ein Grund dafür sein, weshalb ich so an meinem alten Dampfradio, dem Nordmende Traviata, hänge. Ebenso mag man nicht verhehlen, daß meine Lieblingsmusik meine mir über alles geliebten Oldies, besonders die aus den 50/60/70ern, sowohl die alten deutschen, als auch die internationalen Hits, sind. Schwer tue ich mich mit vielen heutigen Schlagern und flachen Titeln. Und doch…
Während ich mich so an das neue Leben in der neuen Umgebung gewöhne, die neuen Düfte und Aromen mit allen Sinnen inhaliere, zeigte mir die Tage meine Tochter eine CD mit „20 Party-Schlager Hits“. Ich solle mich doch auch einmal mit neuer Musik befassen und nicht nur mit meiner „alt Angestaubten“, so ihre Worte. Grumbelnd bedankte ich mich, legte sie gut sichtbar oben auf den Stapel abzuarbeitender Unterlagen, nur um sie dann bei erster Gelegenheit tiefer in dem Stapel zu schieben. Wie es der Teufel wollte, schaffte es meine Katze heute morgen, den Stapel vom Tisch zu fegen. Während ich alles sortierte, fiel mir die CD wieder in die Hände. Jürgen Drews, Christian Anders, Wenke Myhre, etc. waren alte Bekannte. Ich schau mir den Titel der CD an: tatsächlich – 2010 und nicht 1970 stand darauf. Neugierig geworden legte ich sie in das Laufwerk, setzte die Kopfhörer auf und wartete gespannt auf das, was da kommen mochte. Mich riß es von den Socken. Total aufgebrezelte alte Songs. Sweet Caroline von DJ Ötzi, schwungvoll ins neue Jahrtausend katapultiert. Und dann, ja dann wurde ich nachdenklich… So in der zweiten Hälfte ein Titel von Kaboom – „Word of Mouth“. Er zog mich magisch in seinen Bann. „Word of Mouth“ Drei magische Worte, die ich mein ganzes Leben auf meine Fahne geschrieben hatte. „Word of Mouth“ – schau den Leuten aufs Maul, höre, was sie sagen, sprechen, leben. Ein aufrüttelnder Song, der den Kalk bröckeln lassen soll, mich nicht nur am ewig Gestrigen festhalten lassen soll. Die Welt dreht sich so schnell, verändert sich. „Schau den Leuten aufs Maul“ Das Geheimnis vieler meiner Shortstorys. Aus dem Leben, der Situation geboren. Gefreut habe ich mich über diese Botschaft der heutigen Jugend an die Welt. Gefreut, ja, so richtig fröhlich habe ich mir den Titel noch einmal durch den Kopf gehenlassen, mir eine Tasse meines würzigen Äthiopischen Wildkaffees eingegossen, mich zurück gelehnt und den alten Scott McKanzie hervorgekramt und mich ins San Francisco des „Flower-Power“ katapultiert - in die Zeit „meiner“ Jugend! …Be Sure To Wear Flowers In Your Hair Tja - lang ist's her - seufz Und schön war's Bilder vergangener Tage ziehen vor meinem geistigen Auge daher, lassen mich träumen... |
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